Heimatkundlicher Wanderweg Laibstadt

Dieser heimatkundliche Wanderweg erschließt das landschaftlich reizvolle Gebiet um das über 900 Jahre alte Laibstadt, das politisch zur Stadt Heideck gehört. Auf 6 Informationstafeln entlang des ca. 10 km langen Weges erfährt der Wanderer Interessantes aus der Geschichte dieses Ortes und seiner Umgebung.

1. Keltenschanze auf der Stierwiese

Diese keltische Anlage von 97 x 87 m² ist, da sie auf einer Wiese liegt, für Besucher sehr gut überschaubar.

Bisher nahm man an, dass es sich um eine keltische Kultanlage handelte, die von einem Erdwall und einem Graben umgeben war. Deutlich sichtbar ist der Eingang im Osten. Gleich nördlich des Eingangs deutet eine vernässte Eintiefung auf einen ehemaligen Schacht hin, der entweder als Brunnen zur Wasserversorgung oder als Opferschacht diente.

Die neueste Forschung hat ergeben, dass es sich bei solchen Anlagen wohl um eingefriedete Bauernhöfe mit einem Brunnenschacht bis zum Grundwasser handelt, bei denen durchaus ein kleines Kultgebäude dazugehören konnte.

2. Am Albrand

Von Tafel 2 aus erkennt man bei guten Sichtverhältnissen sehr schön den westlichen und östlichen Steilrand des "Jura". Eine Grafik zeigt die wichtigsten Berge und Dörfer.

Das tiefer gelegene Gebiet gehört zum Schwarzen Jura und ist ein altes, fruchtbares Ackerland, das schon früh besiedelt war. Es wird überragt von einigen markanten Bergen, den Zeugenbergen. Diese zeugen davon, dass die Alb früher weiter nach Nordwesten reichte als heute. Überwiegend durch die Erosionskraft des Wassers wurde die Verbindung dieser Berge zur Albhochfläche abgetragen. In vorgeschichtlicher Zeit errichtete man auf einigen solcher Berge einen Ringwall (z. B. Buchberg, Möninger Berg). Im Mittelalter waren dort errichtete Burgen durch ihre exponierte Lage besser zu verteidigen (z. B. Schloßberg, Stauf).

3. "Kleine Keltenschanze" und Strohbrunnen

Wer Lust hat, kann sich auf der Übersichtskarte orientieren und den Heimatkundlichen Wanderweg verlassen, um diese beiden Ziele zu erreichen.

Diese Einbuchtung des Albrandes wird durchschnitten vom "Heuweg", einem alten Weg auf die Hochfläche nach Bergen. Nach ca. 500 m finden Sie rechts des Wegs im Wald die ca. 20 x 20 m² große "Kleine Keltenschanze", wohl eine Anlage zur Sicherung des Albaufstiegs. Unweit fanden Waldarbeiter um 1900 ein Regenbogenschüsselchen, eine etwa pfenniggroße keltische Goldmünze.

Schon nahe der Albhochfläche befindet sich ca. 400 m rechts des Heuwegs eine kleine Quelle, der Strohbrunnen. Manche Sagen und Legenden ranken sich um diese in der Ornatentonschicht liegende Quelle der Thalach.

4. Geologisches Profil des Albaufstiegs bei Laibstadt

Anhand einer Schnittzeichnung und der dazugehörigen Erläuterung kann der Wanderer die einzelnen Gesteinsschichten des Albaufstiegs näher erkennen:

Laibstadt liegt im Schwarzen Jura (Lias), benannt nach der dunklen Farbe der fruchtbaren Ackerböden. Zum Braunen Jura (Dogger) gehören Opalinuston, Eisensandstein und Ornatenton. Da die Tonschichten wasserundurchlässig sind, entstehen an ihrer Oberseite Quellhorizonte. Der Eisensandstein verwittert unterschiedlich stark, so dass hier oft Hohwege entstehen. Er eignet sich gut für die Anlage von Lagerkellern. Zwischen den Sandsteinschichten sind rötliche Eisenflöz-Horizonte eingelagert. Der Weiße Jura (Malm) tritt erst ganz oben auf der Jura-Hochfläche auf.

5. Abschnittswall auf dem "Hort"

Durch einen Hohlweg gelangt man zum Waldstück "Hort". Dort befindet sich ein ca. 180 m langer, gut sichtbarer, ca. 2,50 m hoher Abschnittwall mit einem vorgelagerten Graben von ca. 2,50 m Tiefe. Er schützte ein Areal von etwas über 2 ha.

Bergsporne konnten mit relativ wenig Aufwand durch Wall oder Mauer mit davorliegendem Graben vom Hinterland abgetrennt werden. Von der Niederung herauf bot die steile Böschung einen natürlichen Schutz.

Aus welcher Zeit dieser Abschnittswall stammt, ist unbekannt, da noch keine wissenschaftliche Grabung stattfand.

6. Das Laibstädter Bergwerk

Auf einer Wiese neben dem Flüsschen Thalach wurde ein Stück Bergwerkstollen nachgebaut. Er besteht zum Teil aus über 250 Jahre alten Orginalstempeln, die 1986 bei Baumaßnahmen in Laibstadt gesichert wurden. Aber nicht nur im Ort, sondern auch hier außen gab es Stollen: Ca. 50 m südlich dieser Tafel brach 1961 die Erde ein und man fand einen Stollen, eindeutig von einem Bergwerk. Beide Stollen, im Ort und hier außen, verlaufen im Amaltheenton (Schicht des Schwarzen Jura). Vielleicht ließ der hier vorkommende silbrig glitzernde Pyrit (Schwefelkies) auf Edelmetalle hoffen.

Das erste Laibstädter Bergwerk, das urkundlich erwähnt ist, ließen die Herren von Heideck zwischen 1445 und 1448 errichten. Auch 1472, 1539 und 1597 werden hier Bergwerke erwähnt.