Denkmalprämierung 1999

Alljährlich führt der Bezirk Mittelfranken (Bezirksheimatpfleger) eine Denkmalprämierung durch, bei der besonders gelungene Sanierungen von Gebäuden und Flurdenkmälern ausgezeichnet werden. Dadurch soll das öffentliche Interesse an der Denkmalpflege gefördert werden und Besitzer von denkmalgeschützten Objekten motiviert werden, diese nicht nur zu erhalten, sondern auch zu sanieren und damit aufzuwerten.

Vom Landkreis Roth wurden im Herbst 1999 in Altdorf Objekte aus folgenden Orten ausgezeichnet:

Attenhofen:Dreifaltiigkeitskapelle

Fährt man von Greding Richtung Berching, so erreicht man nach ca. 3 Kilometern den Ortsteil Attenhofen. Außerhalb des Ortes befindet sich im Südwesten die Dreifaltigkeitskapelle, die im Jahre 1798 erbaut wurde. Nach ihrer Sanierung ist sie ein Schmuckstück in der kargen Landschaft der Jura-Hochfläche.

Friedrichsgmünd: Schlösslein

Im Orsteil der Gemeinde Georgensgmünd ließ der Ansbacher Marktgraf Albrecht V. 1666 ein "Schlösslein" erbauen, das er nach seinem Sohn Friedrich benannte. Es beherbergte zuerst die markgräfliche Jagdverwaltung, später eine Tafern-Wirtschaft mit Herberge.

1995 erwarb die Gemeinde das stark renovierungsbedürftige Gebäude und ließ es von 1996 bis 1999 sanieren. Jetzt finden dort Kunst-Ausstellungen statt, dazu Wechselausstellungen zur Geschichte Georgensgmünds. Auch ein Trauzimmer ist darin untergebracht.

Grafenberg: Friedhofsmauer

Südwestlich von Greding liegt der Ortsteil Grafenberg. Über Kraftsbuch erreicht man nach ca. 6 Kilometern diesen Ortsteil. Die katholische St. Bartholomäuskirche und der Friedhof sind von einer hohen Mauer umgeben, die noch ihren wehrhaften Charakter zeigt. Das Tor dieser mittelalterlichen Mauer befindet sich an der Nordseite. Die Sanierung der mit Kalkplatten eingedeckten Kirchhofmauer konnte kürzlich abgeschlossen werden.

Heideck: Sebastianskapelle

Das Erbauungsjahr der ersten Kapelle hier am Ortsausgang Richtung Rudletzholz ist nicht bekannt. Sicher ist, dass sie in evangelischer Zeit verfiel. 1713 wurde ein Neubau geweiht. Ganz in der Nähe befand sich früher der Heidecker Pestfriedhof. Da Sebastian in Pestzeiten als Nothelfer angerufen wurde, besteht wohl ein Zusammenhang. Am Sebastiansfest (20.1.) finden eine Prozession dorthin und eine Andacht statt.

Heideck: Schloss Kreuth

Zur Schlossanlage, die nördlich von Heideck liegt, gelangt man durch eine einreihige Auffahrtsallee, die im 18./19. Jahrhundert entstand. Der Torturm, durch den man in den Schlosshof gelangt, wurde im vergangenen Jahr saniert. Das Herrenhaus mit dem Mansard-Dach wurde in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut, ebenso das Nebengebäude mit Mansard-Dach. Die 1884 errichtete Schloss-Kapelle wurde profaniert.

Mörlach: Filialkirche St. Hippolyt

Die romanische Chorturmkirche St. Hippolyt im Hilpoltsteiner Ortsteil Mörlach wurde im 18. Jahrhundert barockisiert und erweitert und im vergangenem Jahr saniert. Das Bild im barocken Hochaltar stellt St. Hippolyt dar, als Holzfigur ist der Kirchenpatron an der Seitenwand angebracht. Seitlich stehen St. Anna selbdritt und St. Barbara (beide um 1520). Der ebenfalls barocke Seitenaltar birgt eine gotische Mondsichel-Madonna. Darüber der heilige Michael, der Seelenwäger (um 1520). Links des Chorbogens ist eine Relief-Darstellung der hl. Katharina (um 1520), wohl von einem Flügelaltar.

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Obermässing: Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

Die katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt im Gredinger Ortsteil Obermässing wurde außen und innen saniert. In Teilen besteht die Kirche noch aus der durch Berthold von Mässingen (+ 1285, Epitaph in der Kirche) gebauten frühgotischen Wehrkirchen-Anlage. Johann Baptist Camesino ließ Ende des 17./Anfang des 18. Jh. den Innenraum über neuen Wandpfeilern wölben und den Turm erhöhen.

Die Altäre stammen aus der Barockzeit. Bemerkenswert ist das Epitaph des Kastners Hans von Schafhausen, das Loy Hering um 1550 schuf.

Röckenhofen: Pfarrkirche St. Ägidius

Die Pfarrkirche St. Ägidius im Gredinger Ortsteill Röckenhofen wurde innen und außen saniert. Erbaut wurde die Kirche 1692/93 durch den Obermässinger Baumeister Camesino. Die Altäre stammen aus der Barockzeit. Um 1500 entstand die Figur des hl. Sebastian, die Rosenkranz-Muttergottes um 1700. Franz Horneis fertigte 1747 die Stuck-Kanzel. Interessant ist die Kirchhofbefestigung aus dem Mittelalter mit einem Torturm.

Röttenbach: Ehem. Pfarrhof

Der Pfarrhof, der zur ehemaligen Pfarrkirche St. Ulrich gehörte und jetzt in Privatbesitz ist, wurde 1998 grundlegend saniert. Das Gebäude mit dem Barockportal wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbaut. Die Wappenzier über dem Tor stammt vom 1716 verstorbenen ersten Bauherrn.

Die bauzeitliche Ausstattung ist vollständig erhalten, auch die Fenster stammen aus der Erbauungszeit. Sehr gut gelungen ist die Rekonstruktion der historischen Regenrinnen. Die Außenanlage wurde sehr einfühlsam gestaltet.

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