Denkmalprämierung 2000

Alljährlich führt der Bezirk Mittelfranken (Bezirksheimatpfleger) eine Denkmalprämierung durch, bei der besonders gelungene Sanierungen von Gebäuden und Flurdenkmälern ausgezeichnet werden. Dadurch soll das öffentliche Interesse an der Denkmalpflege gefördert werden und Besitzer von denkmalgeschützten Objekten motiviert werden, diese nicht nur zu erhalten, sondern auch zu sanieren und damit aufzuwerten.

Am 11.Oktober 2000 wurden in Thalmässing in letzter Zeit restaurierte Baudenkmäler prämiert:

Göggelsbuch: ehem. Pfarrhaus

Das ehemalige Pfarrhaus an der Göggelsbucher Hauptstraße stammt von 1879. Beim zweigeschossigen Sandsteinquaderbau, der unter Denkmalschutz steht, wurde die Fassade instand gesetzt und das Dach erneuert. Das Gebäude weist qualitätvolle Galgenfenster auf, deren historische Beschläge noch erhalten sind.

Greding: Wohnstallhaus

Das stattliche zweigeschossige Wohnstallhaus mit steilem Satteldach liegt an städtebaulich sehr markanter Stelle am Rand des ehemaligen Stadtgrabens, direkt vor dem Eichstätter Torturm. Es bildet zusammen mit dem rückwärts leicht versetzt angebauten Fachwerkstadel eine stadtbildprägende Häusergruppe, in deren Nähebereich keine weiteren historischen Wohn- und Wirtschaftsgebäude erhalten geblieben sind. 10 Jahre lang stand das Haus leer und drohte zu verfallen. Jetzt präsentiert sich das alte Fachwerkhaus, dessen Fasade jedoch verputzt blieb, wieder im neuen Glanze.

Heideck: Wohnhaus

Der Fachwerkbau mit seinem Giebel von 1579 enthält noch Balken vom Vorgängerbau in Orginallage, die von 1379 stammen. Mit viel Eigenleistung der Familie Bretting wurde der Fachwerkgiebel freigelegt, und so bildet dieses Haus zusammen mit weiteren Fachwerkhäusern und der Frauenkirche ein sehenswertes Ensemble in der Heidecker Altstadt.

Hilpoltstein: Dreifaltigkeitskapelle

1675 bauten Hilpoltsteiner Knaben und Jünglinge ein Kapellchen, zu dem sich eine kleine Wallfahrt entwickelte. 1692 wurde an der gleichen Stelle, am Rande des jetzigen Festplatzes, die heutige Kapelle errichtet. Feuchtigkeitsschäden und statische Probleme machten eine umfangreiche Sanierung notwendig. So wurde die Stuckdecke stabilisiert und restauriert. Auch die sehenswerten Kunstwerke der Kapelle wurden gründlich instand gesetzt. Interessant das Gnadenbild, ein Ölgemälde mit einer "dreigesichtigen" Dreifaltigkeitsdarstellung.

Hilpoltstein: "Schwarzes Roß"

Die mehrjährigen Restaurierungsmaßnahmen und archäologischen Untersuchungen brachten interessante geschichtliche Details und Funde ans Tageslicht. So reicht die Geschichte des Anwesens, was das Hauptgebäude betrifft, weiter als 1595 zurück. Das Kellergewölbe soll sogar aus dem 12. Jahrhundert stammen. Unter der Scheune wurden die Fundamente einer Renaissance-Brauerei entdeckt. Sie können im neu entstehenden Museum besichtigt werden. Besonders hervorzuheben ist das Engagement der Besitzerfamilie Mehl.

Mettendorf: Wallfahrtskirche St. Anna

Die Mettendorfer Kirche ist eine Wallfahrtskirche zur hl. Mutter Anna. Die Wallfahrt geht auf das Jahr 1727 zurück. Besonders sehenswert ist die spätgotische Holzfigur der sitzenden hl. Anna mit Maria und dem Jesuskind. Durch eine schonende Restauration blieb die sympathische Patina der alten Kirche erhalten. Die sehenswerten Votivtafeln wurden durch ein Holzgitter gesichert.

Österberg: Filialkirche

Das Gotteshaus ist eine Wehrkirche des 12. Jahrhunderts, dessen barocke Umgestaltung 1690-91 durch Jakob Engel und Johann Baptist Camesino eingeleitet wurde. Der 1699 von dem Eichstätter Schreiner und Altarbauer Johann Jakob Bochler fertig gestellte Hochaltar zeigt an Stelle eines Altarbildes die spätgotischen Figuren Maria mit dem Jesuskind, den heiligen Stephan und den heiligen Laurentius. Sie entstanden um 1500. Mit viel Eigenleistung der Gemeindemitglieder wurde das schadhafte Gotteshaus wieder hergerichtet und zeigt sich im neuen Glanze.

Selingstadt: Filialkirche St. Georg

Die Selingstädter Filialkirche wurde in den letzten Jahren ausführlich saniert und restauriert. Dabei wurden Fresken aus dem frühen 15. Jahrhundert entdeckt, die in einem Art "Fenster zur Gotik" zum Teil freigelegt wurden. Wurde bis vor kurzem die Erbauungszeit des Kirchenschiffs noch mit 1700 angegeben, muss dies jetzt revidiert werden. Insofern war die Entdeckung der Fresken eine kleine baugeschichtliche Sensation.

Weihersmühle

Im Tal der Kleinen Roth liegt in der Nähe des Hilpoltsteiner Ortsteils Unterrödel die idyllische Weihersmühle. Durch die Fassadenrestaurierung und einen farblich gelungenen Anstrich passt sie sich gut der Landschaft an. Sehenswert ist das steinerne Wappen über der Eingangstür.

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