Denkmalprämierung 2006

Der Bezirk Mittelfranken prämiert alljährlich gelungene Sanierungen von Baudenkmälern. Deren Besitzer bzw. die Verantwortlichen, die viel Geld, Zeit und Engagement in die Bauarbeiten gesteckt haben, erhalten in einer Feierstunde, die heuer im prämierten Freyerskeller in Hilpoltstein stattfindet, vom Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch eine Urkunde und ein vom Bezirk herausgegebenes Buch, in dem auch ihr Baudenkmal in Wort und Bild vorgestellt ist. Eine fachkundige Jury wählte aus den meist von den Kreisheimatpflegern vorgeschlagenen Objekten anhand von Bildern und schriftlichen Informationen die überzeugendsten Sanierungsmaßnahmen aus und präsentiert diese in einer Bilderausstellung − heuer in der Hilpoltsteiner Sparkasse − sowie in einem Lichtbildervortrag während der Feierstunde. 

Am 25. Oktober 2006 fand die Prämierung folgender Denkmäler in Hilpoltstein statt:

Altenheideck: Marienkapelle

Mit vereinten Kräften renovierten die Bewohner von Altenheideck ihre Marienkapelle. Vom erneuerten isolierten Fußboden über die Wände bis hinauf zum Dachstuhl reichten die Arbeiten. Aber auch die Inneneinrichtung wurde überholt: die Kreuzwegstationen und vor allem der Marienaltar aus der Rokokozeit. Das Landesamt für Denkmalpflege ließ das wertvolle Stück fachgerecht sanieren.

Christenmühle

Die Christenmühle liegt etwas westlich von Rohr in einer Senke an der Schwabach. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg wurde gewerblich kein Mehl mehr gemahlen, die Holzsäge arbeitet jedoch noch immer und kann mit Wasserkraft angetrieben werden. Die sehr sehenswerte Mechanik ist weiterhin in Betrieb.

Eine Besonderheit der Mühlenanlage sind die beiden Wohngebäude, parallel nebeneinander angeordnet und miteinander verbunden. Sie sind giebelseitig erschlossen. Das südliche Mühlenhaupthaus stammt aus dem 18. Jahrhundert, der Zwillingsbau entspricht in Fassadengestlatung weitgehend dem Haupthaus, ist aber ein wenig einfacher in Ausführung und Dimension.

Um den vorhandenen Raum als zeitgemäßen Wohnraum für eine junge Familie nutzen zu können, wurde vor allem das Nebengebäude umgebaut. Man ging sehr behutsam vor, mit viel Sinn für die Details.

Großschwarzenlohe: Gasthaus

Das Gasthaus "Zum gelben Löwen" an der Rother Straße ist ein stattlicher zweigeschossiger Bau mit einem Walmdach, der im 18. Jahrhundert errichtet wurde.

Bei den Renovierungsarbeiten wurde die Fassade neu verputzt und gestrichen. Außerdem ersetzte man die einfachen Fenster durch historisch passendere Holzsprossenfenster. Die Leibungen sind weiß gestrichen und setzen sich von der Fassade ab. Wie wichtig Fensterläden für das harmonische Erscheinungsbild eines Gebäudes sind, sieht man jetzt, nachdem auch wieder Fensterläden angebracht worden sind.

Hilpoltstein: Freyerskeller

Ende April wurde der „wiedererstandene“ Freyerskeller in Hilpoltstein offiziell eröffnet. Den 18 Meter langen, neun Meter breiten und fünf Meter hohen gewölbten Raum richtete der Museums- und Heimatverein her von einem teilweise mit Schutt aufgefüllten Keller zu einem stimmungsvollen Veranstaltungsraum. Ermöglicht wurde dies hauptsächlich durch LEADER+-Mittel der EU und durch das große Engagement des Vereins. Nun ist der historische Keller, der im 10. und im 12./13. Jahrhundert entstand, der Öffentlichkeit bei Veranstaltungen und auch bei privaten Feiern zugänglich.

Jahrsdorf: Pfarrkirche

Innen und außen ließ die katholische Kirchenstiftung die 1728 barock umgebaute Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Jahrsdorf renovieren. Besonders der Turm und der Dachstuhl des Kirchenschiffs mussten saniert werden. Danach konnten Kirchenmaler schadhafte Stellen des Innenraum-Putzes festigen, ausbessern und streichen. Neue Podeste für das Kirchengestühl ersetzen jetzt den schon teilweise durchgebrochenen alten Holzunterbau.

Karm: Marienkapelle

1893 wurde die Marienkapelle Karm anstelle eines früheren Gotteshauses neu errichtet. Nun wurde das Kirchlein, dessen Baulast bei der Stadt Hilpoltstein liegt, außen instand gesetzt. Die Eindeckung des Turms mit Schiefer war schadhaft geworden und musste neu gedeckt werden. Auch wurde der schadhafe Putz ausgebessert und neu gestrichen.

Niedermauk: Filialkirche St. Sebastian

Viele Jahre dauerte die Sanierung der Filialkirche St. Sebastian Niedermauk. Die Kirchenstiftung musste den maroden Dachstuhl reparieren lassen und den Innenraum renovieren. Möglich war der aus denkmalfachlicher Sicht hervorragende Abschluss durch das besondere Engagement der Pfarrgemeinde und des Pfarrers sowie der Diözese, schreibt der Gebietsreferent Dr. Florian Koch vom Landesamt für Denkmalpflege in seiner abschließenden Bewertung.

Ohlangen: Wohnstallhaus

Das hochgiebelige Wohnstallhaus in Ohlangen sanierte die Familie Peters vom Zieglerhof bei Euerwang mehrere Jahre lang „über den Köpfen“ der Geschwister Franz und Hildegard Schmauser. Inzwischen ist Franz Schmauser gestorben, konnte aber fast bis zuletzt in seinem Anwesen wohnen bleiben, da die Peters das stark einsturzgefährdete Haus schrittweise instand setzten. Das Besondere: Das Haupthaus ist mit historischen, verzierten Ziegeln gedeckt und der Anbau mit dünnen, in Form gezwickten Juraplatten.

Zell: Pfarrkirche St. Walburga

Innen instand gesetzt wurde die Pfarrkirche St. Walburga in Zell, die Professor Otto Schulz 1923 plante. War die farbliche Fassung des Innenraums aus den 60er Jahren bisher neutral, stellte man bei Untersuchungen fest, dass die Wände ursprünglich farbig gegliedert waren. Für diese Fassung mit grün und rot marmorierten und weißen Flächen entschied man sich, da sie früher zum neubarocken Kirchenraum gehörte und zu der farbigen Gestaltung der sanierten Altäre passt. Außerdem wurden noch neue Kirchenbänke und eine neue Heizungsanlage angeschafft.

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